Blog — Datenrettung und Cybersicherheit
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Ein NAS ist keine Sicherung: die teure Verwechslung
Ein NAS ist keine Sicherung. Das ist die verbreitetste und teuerste Verwechslung: Weil ein NAS mit RAID den Ausfall einer Festplatte verkraftet, hält man es für gegen alles gewappnet. Doch das RAID schützt die Hardware, nicht die Daten. Es wird Sie weder vor einer Löschung noch vor Ransomware, noch vor einem Brand, noch vor einer sich ausbreitenden Korruption bewahren. Dafür braucht es eine separate, getrennte Kopie, die anderswo aufbewahrt wird.
Der folgende Text erklärt, was ein NAS wirklich ist, wovor es schützt und wovor nicht, und warum selbst zwei synchronisierte NAS nicht genügen.
Was ist ein NAS
Ein NAS (Network Attached Storage, netzgebundener Speicher) ist ein Gehäuse, das einen Speicherplatz im Computernetzwerk bereitstellt, der über Freigaben zugänglich ist. In einem Unternehmen können so mehrere Computer ihre Dateien am selben Ort ablegen und sie unter den Mitarbeitenden teilen, wobei jeder an gemeinsamen Dokumenten arbeitet.
Um diesen Dienst zu erbringen, trägt ein NAS eine echte Softwareschicht in sich, mit einem eigenen Betriebssystem. Dieses verwaltet die Netzwerkfreigaben, oft über das Protokoll SMB, aber auch die Benutzergruppen, die Passwörter und die Zugriffsrechte. Diese Intelligenz hat ihren Preis: Ein NAS ist nicht der schnellste Datenträger überhaupt. Es hängt vom Netzwerk ab, das es mit den Arbeitsplätzen verbindet, und von seinem eigenen Softwareteil.
Ein Punkt verdient eine Klarstellung: Ein NAS hat nicht zwingend ein RAID. Das RAID ist ein redundantes System, das den Ausfall einer Festplatte verkraftet, bei RAID 5, oder von zwei Festplatten, bei RAID 6. Viele NAS tragen mindestens zwei Festplatten in sich, manchmal bis zu sechzehn oder vierundzwanzig, und bieten dann eine Hardwaresicherheit. Merken Sie sich dieses Wort gut: Hardware. Genau darum geht es.
NAS oder SAN: die Nuance
Man verwechselt das NAS oft mit einem anderen System, dem SAN (Storage Area Network, Speichernetzwerk). Der Unterschied liegt in der Art der Verbindung. Während sich das NAS an das klassische Ethernet-Netzwerk anschliesst, läuft das SAN über ein Hochgeschwindigkeits-Speichernetzwerk, etwa über iSCSI oder Glasfaser.
Vereinfacht gesagt ist es, als hätte man die Verwaltung der Festplatten aus dem Computergehäuse ausgelagert: Bei einem SAN erscheinen die Festplattenblöcke wie lokale Laufwerke, und der Zugriff auf den physischen Datenträger ist direkter als bei einem NAS. Das NAS hingegen bleibt ein System, bei dem sich eine Softwareschicht dazwischenschaltet, um Freigaben bereitzustellen. Diese Unterscheidung zählt für die Leistung und für die Art, wie man die Daten im Fall eines Defekts wiederherstellt, doch in beiden Fällen bleibt die Frage der Sicherung uneingeschränkt bestehen.
Redundanz ist keine Sicherung
Hier liegt der Kern des Missverständnisses. Das RAID eines NAS schützt vor einem physischen oder mechanischen Problem, das eine oder zwei Festplatten betrifft. Und das ist alles. Es erstellt keine Sicherung, und man sollte es keinesfalls als solche betrachten.
Der Grund ist einfach: Das RAID hält nur eine einzige lebende Kopie Ihrer Daten vor. Was dieser Kopie widerfährt, widerfährt dem gesamten NAS, augenblicklich. Hier ist, wovor es Sie nicht schützt.
| Bedrohung | Was auf einem NAS geschieht |
|---|---|
| Löschung, menschlicher Fehler | Die gelöschte Datei verschwindet sofort vom gesamten NAS |
| Ransomware | Das verbundene NAS wird wie alles Übrige verschlüsselt |
| Brand, Überschwemmung, Diebstahl | Alles ist am selben Ort, alles geht gemeinsam verloren |
| Softwarekorruption des NAS | Das Speichersystem selbst wird unlesbar |
| Ausfall der RAID-Konfiguration | Das Volume wird nicht mehr erkannt, mehrere Festplatten betroffen |
| Fehlgeschlagenes Rebuild | Eine zweite Festplatte fällt während des Wiederaufbaus aus |
Eine versehentliche Löschung wird auf dem gesamten Volume gelöscht, ohne Netz. Eine Ransomware verschlüsselt den Inhalt des NAS wie jede andere verbundene Festplatte. Ein Schadensfall reisst das gesamte Gehäuse mit sich, samt Redundanzfestplatten, da sie alle im selben Raum stehen. Und da das NAS zuallererst ein Softwaresystem ist, kennt es auch seine eigenen Defekte: Korruption der Software, Verlust der Konfiguration des Speichervolumes oder mehrere Festplatten, die ausfallen.
Dieser letzte Fall ist häufig und tückisch. Wenn eine Festplatte ausfällt und man ein Rebuild startet, um sie zu ersetzen, werden die anderen Festplatten, gleichen Alters und gleicher Abnutzung, hart beansprucht. Es ist nicht selten, dass eine zweite Festplatte während dieses Wiederaufbaus versagt, und das NAS ist dann blockiert. Proprietäre hybride RAID-Systeme fügen eine weitere Schwierigkeit hinzu: Ihre dicke Softwareschicht stapelt mitunter mehrere RAID-Typen übereinander, und wenn sie korrumpiert wird, wird es zu einer Expertenaufgabe, zu verstehen, wie das NAS seine Daten strukturiert hatte, um sie wiederherzustellen.
Die Synchronisation ist keine Sicherung
„Mein NAS sendet eine Kopie in die Cloud, ich bin beruhigt." Das ist eine gute Idee, und eine externe Kopie ist nützlich. Doch Vorsicht vor der Falle der Synchronisation.
Eine Synchronisation gibt den Zustand der Quelle getreu wieder, einschliesslich ihrer Fehler. Wenn eine Datei auf dem NAS gelöscht oder korrumpiert wird, werden die Löschung und die Korruption identisch auf das Ziel kopiert. Man kann durchaus einen Monat oder zwei später bemerken, dass man Daten verloren hat, um festzustellen, dass die Synchronisation sie überall gelöscht hat und dass die Kopien, in der Cloud oder auf Bändern, schliesslich zurückgesetzt wurden. Eine Synchronisation ist also keine Wunderlösung: Sie ist ein Spiegel, und ein Spiegel spiegelt auch die Schäden wider.
Ein erlebter Fall veranschaulicht dies perfekt. Ein Werk hatte zwei NAS synchronisiert, mehr als zweihundert Meter voneinander entfernt, in zwei getrennten Gebäuden. Der Kunde glaubte sich doppelt geschützt. Auf einem der NAS trat ein Problem auf, und es synchronisierte sich perfekt zum anderen: dasselbe Problem, identisch, auf beiden Systemen. Wir konnten den gesamten Inhalt wiederherstellen, doch die Lehre bleibt: Selbst zwei synchronisierte NAS sind keine kugelsichere Sicherung, weil sie in Echtzeit dasselbe Schicksal teilen.
Was eine Sicherung wirklich ist
Eine echte Sicherung ist eine Kopie, die nichts von dem erreichen kann, was dem Original widerfährt. Das setzt zwei Eigenschaften voraus, die weder das RAID noch eine blosse Synchronisation gewährleisten.
Zunächst muss sie separat und getrennt sein: offline, vom Netzwerk abgeklemmt, damit eine Ransomware oder eine Fehlbedienung sie nicht zugleich mit der Quelle erreichen kann. Sodann muss sie sich anderswo befinden, an einem physisch anderen Ort, nicht in denselben Räumlichkeiten, um einen Brand, eine Überschwemmung oder einen Diebstahl zu überstehen. Es ist diese getrennte und ausgelagerte Kopie, die den wahren letzten Ausweg darstellt, jene, die Sie rettet, wenn alles Übrige versagt hat.
Das NAS behält seinen vollen Nutzen: Es zentralisiert, es teilt, es verkraftet den Ausfall einer Festplatte, ohne die Arbeit zu unterbrechen. Doch es muss durch eine Sicherung ergänzt werden, die anderswo und offline lebt.
Denn wenn das NAS die einzige Kopie war und es ausfällt, bleibt nur eine Tür: das Labor. Wir greifen dann auf die Festplatten selbst zu, mit einer bitweisen Kopie jeder einzelnen, einem virtuellen Wiederaufbau des RAID und einer Extraktion der Daten. Das ist oft möglich, aber es ist ein aufwendiger Ausweg, den nichts besser ersetzt als eine Sicherung, die bereits bestand, anderswo, am Tag des Problems.
Häufige Fragen
Genügt ein NAS als Sicherung?
Nein. Ein NAS, selbst mit RAID, hält nur eine einzige lebende Kopie Ihrer Daten vor. Es schützt vor dem Hardwareausfall einer Festplatte, aber nicht vor einer Löschung, einer Ransomware, einem Schadensfall oder einer Korruption. Es braucht eine separate und getrennte Kopie, die an einem anderen Ort aufbewahrt wird.
Was ist der Unterschied zwischen einem RAID und einer Sicherung?
Das RAID ist eine Hardwareredundanz: Es ermöglicht, trotz des Ausfalls einer oder zweier Festplatten weiterzuarbeiten, doch alle seine Kopien sind lebend und erleiden zugleich dasselbe Schicksal. Eine Sicherung ist eine eigenständige und unabhängige Kopie, die nicht betroffen ist, wenn das Original gelöscht, verschlüsselt oder zerstört wird.
Schützt die Synchronisation in die Cloud meine Daten?
Nicht wie eine Sicherung. Eine Synchronisation kopiert den Zustand der Quelle getreu, einschliesslich der gelöschten oder korrumpierten Dateien. Ein Fehler kann sich so auf die Cloud-Kopie ausbreiten, und man kann es zu spät bemerken. Eine echte Sicherung bewahrt unabhängige Kopien auf, welche die Quelle nicht überschreiben kann.
Kann eine Ransomware ein NAS verschlüsseln?
Ja. Ein mit dem Netzwerk verbundenes NAS ist ein Ziel wie jedes andere: Die Ransomware verschlüsselt seinen Inhalt genauso wie die Arbeitsplätze. Das ist einer der Gründe, warum eine Offline-Kopie, physisch getrennt, unerlässlich ist.
Bilden zwei synchronisierte NAS eine Sicherung?
Nein. Zwei synchronisierte NAS teilen in Echtzeit denselben Zustand: Ein auf dem einen aufgetretenes Problem kopiert sich auf das andere, selbst mehrere Hundert Meter entfernt. Sie verbessern die Verfügbarkeit, ersetzen aber keine getrennte und unabhängige Kopie.
Kann man die Daten eines ausgefallenen NAS wiederherstellen?
Oft ja. Im Labor erstellt man eine bitweise Kopie jeder Festplatte, rekonstruiert das RAID virtuell und extrahiert die Daten. Es ist jedoch ein aufwendiger Ausweg, der jenen Fällen vorbehalten sein sollte, in denen das NAS die einzige Kopie war; eine bereits bestehende Sicherung erspart ihn.